Geschichte

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Geschrieben von: Administrator
Mittwoch, 17. September 2008 um 13:40

 

 Dr. Med. Dr. Phil. Nat. Johannes Kuhl

Dr. Med. Dr. Rer. Nat. Johannes Kuhl

 Am 14. Nov. 1903 in Rheine / Westfalen geboren, war Dr. Kuhl nach 8 Jahren Volksschule zunächst praktisch berufstätig.
1929 bestand er die Reifeprüfung am kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim a.d. Bergstraße. Anschließend begann er das Studium der Medizin an der Uni Münster.

In seiner Freizeit arbeitete er im Institut für Physiologie bei Prof. Rosemann. Auf dessen Vorschlag erhielt er ein Staatsstipendium für eine experimentelle Arbeit mit dem Titel: „Die ableitenden Harnwege und die Endprodukte der Eiweißzersetzung bei den verschiedenen Klassen der Reptilien.“

Die Arbeit wurde mit dem Prädikat „wissenschaftlich wertvoll“ als Dissertation für die Promotion zum Dr. phil. 1935 angenommen, nachdem er neben der Medizin ein naturwissenschaftliches Studium in Physiologie, Chemie und Zoologie absolviert hatte. In den folgenden Semestern war er nebenberuflich als Prosektor am Pathologischen Institut der Universität Münster tätig. 1938 konnte er das Medizinische Staatsexamen bestehen und dann die Approbation als Arzt erhalten. 1937 unterzog er sich der Tropenmedizin am Hamburger Tropeninstitut, das mit Erhalt des Tropendiploms für exotische Krankheiten seinen Abschluss fand.

Anschließend war er Schiffsarzt bei verschiedenen deutschen Reedereien und zuletzt Expeditionsarzt in der Antarktis auf dem deutschen Walfangmutterschiff Wickinger bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges.
Dann wurde er Stadtarzt von Königsberg in Ostpreußen. Dort machte er das Amtsarztexamen und wurde an der Universität mit der Dissertation: „Neue Beiträge zum Problem der Meningitis tuberculosa aus der Praxis des Fürsorge- bzw. Amtsarztes“ 1942 zum Dr. med. promoviert.

Zum Schluss des Krieges glückte ihm die Flucht in seine Vaterstadt Rheine, wo er sich 1945 als praktizierender Arzt niederließ. Er errichtete später ein Labor für Biologisch-Pharmazeutische Spezialitäten, wobei er Mittel für Venenleiden und Stoffwechselstörungen entwickelte. Als physiologisch qualifizierter Arzt befasste er sich immer intensiver mit der Lösung des Krebsproblems auf biologischer Grundlage. Im In- und Ausland hielt er jahrelang von Tausenden besuchte Vorträge über Stoffwechsel- und speziell Krebsfragen.

Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung und sorgsam durchgeführten Forschungsarbeit entwickelte Dr. Kuhl in den 50er Jahren das Venenmittel V-TH-E N, welches seitdem mit großem Erfolg in der Venentherapie eingesetzt wird.

Am 10.10.1961 wurde ihm nach einem Vortrag in Rom vom Italienischen Forschungsministerium für Elektronik und Kernenergie (CIREN) der Titel Professor hon. causa verliehen. 1966 wurde er einstimmig zum Kuratoriumsmitglied der Gesellschaft „Internationale Medizinische Gesellschaft für Blut- und Geschwulstkrankheiten e.V.“ gewählt, der er von Gründung an angehörte.


Am 05.06.1968 erlag Dr. Kuhl unerwartet einem Gehirnschlag im Krankenhaus Rheine.

 

Aktualisiert ( Mittwoch, 18. November 2009 um 08:52 )